OLIVER KÖHL

Blue Note - Objekte und Fotografien von Oliver Köhl

23. Juli bis 12. September 2010,
Schwäbische Galerie

Um Signaturen im Raum, Rhythmik, Melodie und Takt geht es in den Werkreihen von Oliver Köhl. Dabei arbeitet der Bildhauer und Fotograf mit ganz unterschiedlichen künstlerischen Mitteln, die wiederum miteinander in Dialog treten.

Seine Objekte und Holzinstallationen baut er mit immer gleichen, minimalisierten Elementen und entwickelt raumgreifende Exponate, die sich durch Spannung und Bewegung auszeichnen.

Dies geschieht jedoch nicht mit einer Regelmäßigkeit, die man bei sich wiederholenden Modulen erwarten könnte, sondern vielmehr mit kleinen Verschiebungen und asymmetrischen Anordnungen, die wie zufällig entstanden wirken und den Eindruck von Veränderung und Wachstum hervorrufen.

„ Meine Arbeit beginnt stets damit, dass ich zunächst eine Bewegung im Raum auslege, ihre Statik und Dynamik bestimme.“ O. K.

An dem Arbeitsmaterial Holz, das er seit einigen Jahren bevorzugt, reizt ihn nicht der ökologisch wertvolle Rohstoff, sondern vielmehr das industrielle Abfallprodukt, das Massenverbrauchsgut.  

Es geht Oliver Köhl auch darum, Grenzen auszuloten, verschiedene Ebenen, Formen und Formate zueinander in Beziehung zu setzen. Immer wieder andere Neigungswinkel lassen Eindrücke von Schwere und Leichtigkeit oder von Offenheit und Geschlossenheit entstehen.

„Das geheimnisvolle Blau schafft einen komplementären Kontrast zu dem orange getönten Lärchenholz.  Größtmögliche Spannung erzeuge ich, indem die Form mittels Farbgebung beatmet wird.“ O. K.

Die Farbe im Inneren der Skulpturen verleiht nicht nur Plastizität, sondern bietet gleichzeitig dem Betrachter einen Ansatz: Das Auge wird somit zu den Öffnungen und Durchbrüchen geführt.

Im Zentrum der Ausstellung stehen die aus Holzlatten aufgebauten Objekte von Oliver Köhl. Im Chor dieser Module, die sich winden, biegen, überschränken und in freier Länge enden, entsteht eine feinsinnige Melodie.

„Wenn die Grundkomposition steht, beginnt das freie Improvisieren.“ O. K.

Eine Tonart dieser Improvisation führt hin zu den Fotoserien und Collagen von Oliver Köhl. Auch hier findet sich dasselbe musikalische Thema: sich wiederholende Spannungsbögen, Klangfarben, miteinander verwobene Grundmuster.

Oliver Köhls neueste Fotoserien setzen sich aus mehreren identischen, wiederkehrenden Elementen zusammen. Sie nehmen somit das Prinzip auf, das die Objekte des Künstlers charakterisiert. Es entsteht ein Rhythmus und gleichzeitig ein Gewebe, das die ursprünglichen Motive durch ihre Aneinanderreihung verfremdet.

„Meine Fotoserien entstehen in menschenentleerten Räumen: in einer alten Schmiede, auf einem einsamen Landungssteg oder in einer stillgelegten Glaserei. Was macht die Atmosphäre eines solchen Ortes aus?“ O.. K.

Oliver Köhl erfindet und komponiert auch mit seinen Fotoarbeiten eine neue Melodie, er extrahiert und vervielfältigt ein einziges Detail zu einer verdichteten Partitur.

Mit Detailaufnahmen eigener Skulpturen reflektiert der Künstler seine Arbeiten, somit scheinen die Objekte zur Architektur zu werden. Auf Licht und Schatten reduziert, steht nun die Raumflucht als wesentliche Signatur im Bildmittelpunkt.

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Oliver Köhl

Geboren 1961 in Friedberg/Hessen     
Abitur in Friedberg/Hessen
Ausbildung zum Steinbildhauer in Frankfurt am Main
Studium der Bildhauerei in Alfter bei Bonn, Diplom
Seit 1993 Wohnung und Atelier in Kempten/Allgäu
Freischaffend tätig als Bildhauer, Künstler, Fotograf

Wettbewerbe, Kunst am Bau, Installation, Neue Medien

Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz seit 1984

Auszeichnungen
1987  Gestaltungswettbewerb, Preis der Stadt Mainz
2004  Kunstpreis der Stadt Pfronten 
2004  Kunstpreis Mainzer Eisenturm, Kunstverein Mainz
2007  Magnus Remy Kunstpreis der Schwaben-Akademie Irsee                     

Arbeiten im öffentlichen Raum
Arbeiten im privaten Besitz

weitere Informationen zum Künstler

Begleitprogramm
Sonntag, 25. Juli 2010, 15 Uhr: Kunstbegegnung (Familienführung) mit Oda Bauersachs.
Sonntag, 15. August 2010, 15 Uhr: Bärbel Steinfeld M. A. führt durch die Ausstellung.
Sonntag, 22. August 2010, 15 Uhr: Künstlergespräch unter Leitung von Oda Bauersachs.
Sonntag, 28. August, 15 Uhr: Bärbel Steinfeld M. A. führt durch die Ausstellung.
Sonntag, 12. September, 15 Uhr: Bärbel Steinfeld M. A. führt durch die Ausstellung.