EVAS TÖCHTER

Evas Töchter. Gabriele Fischer, Agnes Keil, Christiane Osann

28. Februar bis 10. April 2016,
Schwäbische Galerie

Seit rund zwei Jahrzehnten sind Menschenbilder wieder ein großes zentrales Thema der bildenden Kunst. Unerschöpflich erscheint das Spektrum der zeitgenössischen Frauendarstellungen: von Figuren aus der Bibel und der Mythologie über Frauen in ihrer Körperlichkeit bis hin zur Thematisierung von Alltagssituationen. Auch Paare werden oftmals dargestellt. Die Ausstellung „Evas Töchter“ zeigt neue Arbeiten von zwei Bildhauerinnen und einer Zeichnerin, die sich mit dem Thema „Frau“ seit vielen Jahren intensiv auseinandergesetzt haben.

Die Zeichnungen und Collagen von Gabriele Fischer aus Augsburg zeigen Prototypen aus dem Alten Testament. Sie greifen Geschichten auf, die oftmals nicht im Bewusstsein der Menschen von heute sind und uns doch in ihrer Allgemeingültigkeit ansprechen: die Frau als ebenbürtige Partnerin oder als Freundin, die eigene Interessen in den Hintergrund stellt. Meist handelt es sich um Menschen, die miteinander kommunizieren. Die Darstellungen basieren auf mit Rohrfeder oder Grafit gearbeiteten Zeichnungen, die oftmals in einem zweiten Arbeitsschritt mit Aquarellfarben, Tusche oder überklebten Teilen bearbeitet werden. Bei all diesen Bildern suggeriert die Künstlerin den Eindruck von Bewegung, sowohl durch eine verzerrte, instabile Körperhaltung als auch durch die suchenden, unregelmäßig gesetzten Linien, die sich einer strengen Festlegung entziehen.
Gabriele Fischer wurde1955 in Illertissen geboren. 1976 bis 1983 Studium an der Fachhochschule für Gestaltung Augsburg, Abschluss Dipl.-Designerin, Mitglied im Berufsverband Bildender Künstler Schwaben Nord und Augsburg, Dozentin an der freien Kunstakademie Augsburg. 2009 Kunstpreis der Stadt Herrenberg im Bereich Zeichnung. Öffentliche Ankäufe: Bezirkskrankenhaus Kaufbeuren, Universitätsbauamt Augsburg, Staatliches Hochbauamt Krumbach, Lehrerakademie Dillingen, Rathaus Burghausen. Gabriele Fischer lebt in Augsburg.

Auf eine intuitive Weise setzt sich die Bildhauerin und Tänzerin Agnes Keil aus Leutkirch in ihren Arbeiten mit Menschen- und insbesondere mit Frauenbildern auseinander. Sie zeigt in der Ausstellung Skulpturen aus zwei parallel entstandenen Werkgruppen. Aus einem Birkenstamm schuf sie Holzfiguren, die hier erstmals präsentiert werden. Mädchen mit mehreren Köpfen oder mit einem zweigeteilten Körper stellen gewohnte Sichtweisen auf den Menschen in Frage. Einen ganz anderen Aspekt zeigen die Stahlskulpturen aus der Serie „Variationen zu Adam und Eva“. Ihr zugrunde liegt ein von der Künstlerin entwickeltes 12-teiliges Alphabet des Körpers, das in seiner Varianz die Gleichheit und Individualität des Menschen beleuchtet. Es handelt sich um eine raumgreifende und dynamisch geprägte Werkreihe.
Agnes Keil wurde 1970 in Stuttgart geboren. Ausbildung an der Theaterakademie Spielstatt in Ulm und an der Fachschule für Holzbildhauerei in München. 1998 Münchner Designpreis für die Arbeitsreihe „Möbelskulpturen“, 2003 Kulturpreis der Stadt Memmingen, 2005 Atelierförderung des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst.
Öffentliche Ankäufe (Auswahl): Stadt Kempten, Stadt Memmingen, Diakonisches Werk Memmingen, Stadt Kißlegg. Seit 2000 Aufträge für Kunst am Bau. Agnes Keil lebte von 1995 bis 2012 in Memmingen und arbeitet seit 2012 in Engerazhofen bei Leutkirch.

Die Bildhauerin Christiane Osann aus Derching befasst sich mit Menschendarstellungen und seit rund zehn Jahren überwiegend mit dem Thema Frauen. Dabei bringt sie erzählerische Aspekte ins Spiel. Dahinter steht auch bei ihr die Ambition, etwas Allgemeingültiges aufzuzeigen. Zustände und Situationen gibt die Künstlerin auf vielschichtige Weise wieder. Nachdenklichkeit, Verletzlichkeit, Sensibilität, aber auch Standfestigkeit kommen zum Ausdruck. Jede Figur steht für sich, auch wenn sie im Kontext einer Gruppe auftritt. Ihre Skulpturen sind alle aus Holz, vornehmlich aus Lindenholz, gearbeitet und stellenweise gefasst. Immer wieder kommen auch weitere Materialien hinzu wie beispielsweise Textilien, Haare und Papier.
Christiane Osann wurde 1975 in Stuttgart geboren. 1996 bis 1999 Besuch der Berufsfachschule für Holzbildhauerei in Garmisch-Partenkirchen. Studium der Freien Kunst an der Hochschule für Künste Bremen bei Prof. Bernd Altenstein. 2006 bis 2007 Meisterschülerin von Prof. Bernd Altenstein. Seit 2007 als freischaffende Bildhauerin tätig. 1999 Leonardo da Vinci-Stipendium für Griechenland, 2004 DAAD-Stipendium für Bangkok. 2007 Kunstförderpreis Kissing. Christiane Osann lebt in Derching.

Begleitprogramm
Sonntagsführungen mit Bärbel Steinfeld M.A.: 6. März und 10. April, jeweils 15.00 Uhr
Matinee-Führung mit Bärbel Steinfeld M.A.: 20. März, 11.00 Uhr

Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag 10.00 bis 17.00 Uhr, montags geschlossen.
An allen Feiertagen geöffnet.
Für Gruppen auch nach Vereinbarung.