DAS MUSEUM

Das Schwäbische Volkskundemuseum Oberschönenfeld, ältestes Museum des Bezirks Schwaben, besteht seit 1984. Mit der Schwäbischen Galerie wurde 2003 die Sanierung aller Gebäude abgeschlossen, so dass nun die einstigen Ökonomiegebäude der Zisterzienserinnen-Abtei für die volkskundlichen Sammlungen sowie wechselnde Kunst- und Sonderausstellungen genutzt werden – und jährlich bis zu 60.000 Besucher anziehen.

In den volkskundlichen Ausstellungen zu den Themen Bräuche im Jahreslauf und Feste im Lebenslauf sowie Wohnen auf dem Land dokumentiert das Museum auch historisches Alltagsleben und häusliches Wirtschaften. Wechselnde Sonderpräsentationen beleuchten zahlreiche weitere Facetten Schwabens wie Kunst, Alltagskultur und Bräuche und machen diese erlebbar.

Vorgeschichte

1971

gab das Zisterzienserinnenkloster Oberschönenfeld seine Landwirtschaft wegen Unrentabilität auf. Die damit funktionslosen, baulich heruntergekommenen Ökonomiegebäude waren vom Abbruch bedroht.

1972

fiel die Entscheidung, nicht nur die Kernanlage des Klosters, sondern auch die Wirtschaftsgebäude als bedeutende „kulturhistorische Dokumente" zu erhalten und zu sanieren.

1973

entstanden im Zusammenhang mit der Rettung der strohgedeckten Sölde in Döpshofen und ihrer Versetzung 1974 nach Oberschönenfeld als künftiges Bauernhofmuseum für den Landkreis Augsburg erste Überlegungen zur Nutzung der klösterlichen Ökonomiegebäude, die sich bald auf eine museale Verwendung konzentrierten.

1976

konstituierte sich im Heimatverein für den Landkreis Augsburg der Arbeitskreis „Bauernmuseum Oberschönenfeld". Der Arbeitskreis sammelte landwirtschaftliche und handwerkliche Geräte und Maschinen, die später den Grundstock des Schwäbischen Volkskundemuseums als Dauerleihgabe bilden sollten.

1980

legte Bezirksheimatpfleger Dr. Hans Frei ein „Museumsprogramm für den Bezirk Schwaben" vor, das im Juli vom Bezirkstag genehmigt wurde. Mit Oberschönenfeld, Illerbeuren und Maihingen wurden drei museale Schwerpunkte für Schwaben vorgesehen, wobei das Museum in Oberschönenfeld die bäuerlich-ländliche Kulturgeschichte Mittelschwabens dokumentieren sollte.

1982

Am 21. Juli 1982 billigte der Bezirkstag die dann am 7. Oktober unterzeichnete Zweckvereinbarung zwischen dem Bezirk Schwaben und dem Landkreis Augsburg über die kommunale Zusammenarbeit. Mit der Unterstützung des Landkreises errichtete und betreibt der Bezirk Schwaben auf dem Gelände der Abtei ein heimat- und volkskundliches Museum, das gesamtschwäbische Zielsetzungen und zugleich regionale Aufgaben für den Landkreis erfüllt.

Ebenfalls am 7. Oktober wurde der Mietvertrag zwischen dem Kloster Oberschönenfeld und dem Bezirk Schwaben unterzeichnet. Auf zunächst 30 Jahre mietete der Bezirk Schwaben drei Ökonomiegebäude und Freiflächen zur Einrichtung des künftigen Schwäbischen Volkskundemuseums an. Im Anschluss an die Unterzeichnung erfolgt der symbolische erste Spatenstich.

1987

richtete der Bezirk Schwaben eine Museumsdirektion ein. Mit diesem neuen Amt übernahm der damalige Bezirksheimatpfleger Dr. Hans Frei die Leitung der Bezirksmuseen in Oberschönenfeld und in Maihingen. Der Geograph, seit 1993 Honorarprofessor für Kulturgeographie an der TU München, baute in den folgenden Jahren als Leitender Museumsdirektor das Schwäbische Volkskundemuseum zu einem überregional bekannten Kulturzentrum auf.

2002

Zum 31.12.2002 ging Prof. Dr. Hans Frei in den Ruhestand.

2004

löste der Bezirk Schwaben die Museumsdirektion auf.
Dr. Ruth Kilian, Volkskundlerin und seit 1987 Wissenschaftlerin am Rieser Bauernmuseum Maihingen, wurde offiziell zur dortigen Museumsleiterin ernannt.
Die Museumsleitung des Schwäbischen Volkskundemuseums Oberschönenfeld wurde zum 1.8.2004 mit der Volkskundlerin Dr. Beate Spiegel besetzt.